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Backrooms Kritik: Atmosphärischer Horror mit ungenutztem Potenzial – 8/10

Mit Backrooms bringt A24 eines der bekanntesten Internet-Horrorphänomene auf die große Leinwand. Die Verfilmung schafft es dabei, die beklemmende Atmosphäre und das Gefühl der Orientierungslosigkeit, für das die Backrooms berühmt geworden sind, beeindruckend einzufangen. Gleichzeitig bleibt der Film hinter einigen seiner Möglichkeiten zurück, weshalb es am Ende für mich starke 8 von 10 Punkten sind.

Die größte Stärke des Films ist ohne Zweifel seine Atmosphäre. Schon in den ersten Minuten entsteht ein unangenehmes Gefühl von Isolation und Ungewissheit. Die endlosen gelben Flure, das monotone Summen der Leuchtstoffröhren und die scheinbar unendlichen Räume erzeugen eine konstante Anspannung. Der Film versteht es hervorragend, mit dem Unbekannten zu spielen, und zeigt nicht ständig alles direkt, sondern lässt dem Zuschauer genug Raum für die eigene Vorstellungskraft.

Auch visuell überzeugt Backrooms auf ganzer Linie. Die Kulissen wirken authentisch und schaffen es, die verstörende Ästhetik der Internet-Vorlage glaubwürdig auf die Kinoleinwand zu übertragen. Besonders die Kameraführung trägt dazu bei, dass man sich gemeinsam mit den Figuren verloren fühlt. Einige Szenen erzeugen dabei echten Horror, ohne auf übertriebene Schockeffekte angewiesen zu sein.

Allerdings liegt hier auch eine meiner größten Kritiken. Die eigentlichen Backrooms stehen zwar im Mittelpunkt, werden aber nicht so ausführlich erkundet, wie ich es mir gewünscht hätte. Das Konzept bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, verschiedene Ebenen, Räume und Gefahren zu zeigen. Stattdessen konzentriert sich der Film über weite Strecken stärker auf die Handlung und die Charaktere. Das funktioniert grundsätzlich gut, doch gerade Fans der Vorlage hätten vermutlich gerne noch mehr von dieser surrealen Welt gesehen.

Auch bei der Charakterentwicklung gibt es kleinere Schwächen. Einige Entscheidungen der Figuren wirken etwas überhastet oder werden nicht ausreichend erklärt. Vor allem gegen Ende hätte ich mir mehr Zeit gewünscht, um bestimmte Entwicklungen nachvollziehen zu können. Dadurch verlieren einige emotionale Momente etwas an Wirkung. Zudem bleiben einzelne Handlungsstränge und das Schicksal einiger Nebenfiguren recht offen, was zwar Raum für Interpretationen lässt, aber nicht jede offene Frage zufriedenstellend beantwortet.

Die Kreaturen und Bedrohungen innerhalb der Backrooms sind atmosphärisch stark inszeniert. Statt permanent auf Monster zu setzen, nutzt der Film geschickt die Angst vor dem Unbekannten. Wenn die Wesen schließlich auftauchen, sorgen sie durchaus für intensive Momente. Dennoch hätte ich mir hier teilweise etwas mehr Kreativität und Hintergrundinformationen gewünscht, um die Gefahr noch greifbarer zu machen.

Trotz dieser Kritikpunkte bleibt Backrooms ein sehr gelungener Horrorfilm, der sich angenehm von vielen Genre-Kollegen abhebt. Er setzt stärker auf Stimmung, Spannung und psychologischen Horror als auf billige Jumpscares und schafft es, die Faszination der Vorlage erfolgreich auf die Leinwand zu übertragen. Das offene Ende macht neugierig auf weitere Geschichten in diesem Universum und lässt genügend Potenzial für eine Fortsetzung oder sogar eine Serie offen.

Fazit:
Backrooms ist ein atmosphärischer, visuell beeindruckender Horrorfilm mit einer einzigartigen Prämisse und einigen wirklich starken Szenen. Zwar hätte ich mir mehr Erkundung der Backrooms selbst und eine etwas ausführlichere Charakterentwicklung gewünscht, dennoch bietet der Film ein intensives Kinoerlebnis, das lange nachwirkt.

Bewertung: 8/10 Punkte